käferwissen klein03
Rolls Bug
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Dass die Stilrichtung des Rolls Bug Einzug in die Stilkunde von Käferwissen gehalten hat, habe ich meinem jungen Neffen Simon zu verdanken, der geistesgegenwärtig den hier gezeigten elfenbeinfarbenen Käferumbau aus Mama´s fahrenden Auto heraus für mich fotografierte. Bei mir selbst war diese Stilrichtung ziemlich weit hinten im Gehirn geparkt. Und als ich die Bilder zu Gesicht bekam, fiel der Groschen pfennigweise . “Ach ja, das gab´s ja auch mal.” Noch bemerkenswerter: Das Foto wurde im Frühjahr 2014 geschossen und an dem Wagen ist ein H-Kennzeichen montiert. Und so muss der respektvolle Satz heißen: “Ach, das gibt´s immer noch?”

Bugley

Nun wird sich mancher fragen: Ein H-Kennzeichen an einem Fahrzeug, was optisch alles andere als original aussieht, wie kann das sein? Es kann. Der Umstand, der das möglich macht, steht in der Oldtimerrichtlinie zum H-Kennzeichen unter Paragraph 1 Abschnitt 3: “Änderungen, die nachweislich innerhalb der ersten 10 Jahre nach Erstzulassung ... erfolgten oder hätten erfolgen können ... sind zulässig.”

Der hier zum Einsatz gebrachte Umbausatz stammt von der Firma A & A Fiberglass Inc.  Atlanta Georgia. Er wurde 1972 aufgelegt, nannte sich “The Elegant Beetle” und umfasste Front- und Heckhauben, Abschluss”bleche” und Kotflügel aus GFK. Im Sinne der Verordnung für H-Kennzeichenvergabe also absolut stimmig. Worüber man sich im Falle der Proportionen nie wirklich einig war.

Die zum Einsatz gebrachten Kühlergrill-Atrappen waren vorzugsweise von Rolls Royce oder Bentley. Es gab Varianten mit Einzel - und Doppelscheinwerfern. Oft wurden auch nur Teile des Gesamtbausatzes eingesetzt. Wegen des imposanten Erscheinungsbildes war das in der Regel der Fronthaubenteil. Ende der 70er, Anfang der 80er Jahre schwappte dann diese GFK Welle auch nach Deutschland über und auch hierzulande bastelten sich einige Käfereigner dieses “Überholspurimage” an ihre Käfer und schufen damit Schafe im Wolfspelz, da in der Regel, die serienmäßigen 34, 40, 44 oder 50 PS im Wagen verblieben. Warum man sowas damals machte? Wir erinnern uns, die 80er waren die Jahre der breiten und superbreiten Schulterpolster. Es war der Zeitgeist und wie man hört, soll auch diese Mode einmal wiederkommen.

Bugley back

Da sich inzwischen auch in Deutschland einige Firmen mit dem anfertigen von GFK-Anbauteilen für den Käfer beschäftigen, gab es einige Abwandlungen in der Ausgestaltung und anstelle von britisch anmutenden Kühlergrill-Atrappen wurden zahlreiche Käfer mit Grills vom deutschen “Sternenwagen” ausgestattet.

Auch wenn die Schulterpolstermode irgendwann vor ihrem Comeback steht, ist das für diese Art der Käferanbauten nicht zu erwarten. Was aber auf jeden Fall feststeht: Diese Zeitzeugen sind wieder gern gesehene Gäste auf diversen Käfertreffen.

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