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Puma

Der VW-Puma

Die Sportwagenmarke aus Brasilien

Text und Bilder vom Autor des Buches “Puma: Typen und Geschichte” Thomas H. Braun

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Überall in der Welt entstanden seit den 50er-Jahren zum Teil sehr eigenwillige Autos auf der technischen Basis des VW Käfers. Zu den bekanntesten dieser Fahrzeuge gehört ein rassiger Sportwagen aus Brasilien mit formschöner Karosserie und solider Volkswagen-Technik. Der VW-Puma kam damals über den Schweizer Importeur nach Europa. Restriktive Zulassungsbestimmungen verhinderten jedoch eine stärkere Verbreitung dieser schönen Fahrzeuge. Zwischen 1971 und 1981 wurden nach offiziellen Angaben nur 188 Fahrzeuge nach Europa geschafft.

Malzoni GT DKW

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Der erste Gran Turismo von Rino Malzoni wurde auf der technischen Basis des DKW 3=6 aufgebaut. Nach drei Vorversionen wurde das Auto zwischen 1964 und 1967 vorwiegend bei Wettbewerben etwa in Interlagos erfolgreich eingesetzt. Klingende Namen wie Jan Balder und Emerson Fitipaldi – dem späteren Formel 1 Weltmeister - begannen ihre Rennkarriere in einem Malzoni GT. Zu den Höhepunkten im Rennsport zählt das legendäre Rennen 1.000 Meilen von Brasilien (Mil Milhas Brasileiras) von Interlagos in Sao Paulo 1966. Dort führte ein DKW Malzoni bis drei Runden vor Schluss gegen weit überlegene Konkurrenz.

Nachdem die Firma VEMAG, die damals den DKW produzierte, von Volkswagen aufgekauft wurde und die Produktion des DKW kurze Zeit später eingestellt wurde, musste Rino Malzoni sich einen neuen Partner suchen.

Kooperation mit Volkswagen do Brasil

Für Rino Malzoni war es naheliegend, mit dem neuen Eigentümer von VEMAG eine Einigung zu suchen. Bei Volkswagen nahm man die kleine Firma, die sich bereits Puma Indústria de Veículos S.A. nannte überhaupt nicht ernst und willigte ein, nagelneue Fahrgestelle und Motoren zu liefern. Mitarbeiter von Volkswagen do Brasil bestätigen heute, dass man sich im Laufe der Erfolgsgeschichte des VW Puma mit dem Gedanken gespielt hat, diese Seitenlinie des VW-Familienstammbaumes zu eliminieren. Auf politischem Druck wurde dieses Vorhaben aber nicht umgesetzt. Stattdessen ging Volkswagen in die Offensive. Der Vorstandsvorsitzende Rudolf Leiding erklärte die Entwicklung eines eigenen Sportcoupés zur Chefsache. Im Jahre 1972 konnte er den SP1, der nur in Brasilien angeboten wurde, der Öffentlichkeit vorstellen.

VW Puma GT

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Ende November 1968 konnte die Produktion des VW Puma GT 1500 gestartet werden. Nach wie vor waren die Puma Fahrzeuge erfolgreich im Renneinsatz. Bemerkenswert ist, dass der Puma um 7,5 Inches niedriger als der Porsche und dabei noch um 500 kg leichter war. Langsam aber sicher wurden die Anstrengungen auch mehr in Richtung Serienfertigung und höhere Stückzahlen verlegt. Es wurden mehr Formen hergestellt und die Fabrik auf größere Stückzahlen hin optimiert.

VW Puma GTE

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Ende 1970 wurde der erste für den Export modifizierte Puma GTE nach Europa ausgeliefert. Aufgrund der restriktiven Zulassungsbestim-mungen in Europa bekam der GTE 1971 eine Windschutzscheibe aus Sicherheitsglas, die am unteren Rand abgerundet war. Eine verbesserte Federung und Scheibenbremsen waren weitere Verbesserungen, um das Auto in den Zielmärkten attraktiver zu machen. Der 1600 ccm Motor wurde mit zwei 40er Solex Vergasern aufgerüstet und leistete 60 PS bei nur knapp 700 kg Eigengewicht.

VW Puma GT Spyder

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Zwischen 1971 und 1972 wurde das erste Cabrio mit Hard-Top oder Stoffdach auf den Markt gebracht. Auf Sonderwunsch war der Puma mit einem überarbeiteten 1800ccm Motor auch in Europa erhältlich. Einige Exemplare wurden sogar mit einem 2,2 Liter Motor ausgeliefert.

VW Puma GTS

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Das Puma GTS Cabrio war das erfolgreichste Modell in der Firmengeschichte. Im Jahre 1974 war der Verkauf so erfolgreich, dass trotz steigender Produktionszahlen eine Wartezeit von 12 Monaten für Puma-Kunden bis zur Auslieferung des Fahrzeuges zu erdulden war. Der Puma GTS war speziell beim jungen Publikum sehr beliebt. Sogar in Hollywood Filmen wurde der Puma GTS in Szene gesetzt als etwa in dem Film „Schuld daran ist Rio“ die Jugendlichen mit dem Puma zur Party an den Strand fuhren.

Geschichte im Zeitraffer

1964

Malzoni GT wird von Rino Malzoni vorgestellt

1968

Puma GT 1500 (Tubarao) wird vorgestellt

1970

Puma GT wird mit 1600 Karmann-Ghia Motor ausgeliefert

1971

GT Spyder (GTS) wird auf den Markt gebracht

1973

GTB (Gran Turismo Brazil) S1 wird auf den Markt gebracht

1976

Puma GTE wird erstmals auf der Bodengruppe des VW Brasilia aufgebaut

1978

GTB (Gran Turismo Brazil) S2 wird auf den Markt gebracht

1081

GTE & GTS wird überarbeitet und kommt als GTI & GTC auf den Markt

1985

Werk in Sao Paulo wird geschlossen

1995

Ford kauf die Markenrechte

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Viele weitere Informationen und zahlreiche Bilder in der einzigen Primärquelle zum Puma, im Buch von Thomas H. Braun “Puma: Typen und Geschichte” Hier erhältlich:

Puma Buch