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Wer auf der Suche nach einem gebrauchten Käfer ist sollte ihn genauestens unter die Lupe nehmen und besonders den typischen Schwachstellen besondere Aufmerksamkeit widmen. Um den Fahrzeugcheck zu erleichtern haben wir hier die neuralgischen Stellen des Käfers in 5 Gruppen aufgeteilt und näher erläutert.

  • Karosserie
  • Bodengruppe
  • Motor und Getriebe
  • Fahrwerk
  • Innenausstattung

Entscheidend bei der Begutachtung des Fahrzeugs ist auch, was man anschließend mit dem Wagen vor hat. Soll er möglichst im Originalzustand erhalten werden, so ist es wichtig darauf zu achten ein möglichst unverbasteltes Modell mit allen originalen Anbauteilen zu bekommen. Wer seinen Käfer hingegen sowieso etwas individuell gestalten will, dem sind verbaute Recaro-Sitze, vermutlich mindestens genau so lieb wie die Originalsitze.

 

Karosserie

Das erste was man bei der Besichtigung des Käfers in Augenschein nehmen kann ist die Karosserie und hierbei das was die Karosserie vor Rost schützt, der Lack. In welchem Zustand befindet er sich? Ist er original, nachlackiert, ausgebessert oder verwittert? Oft lässt schon der Zustand des Lacks Rückschlüsse auf den Pflegezustand des Wagens zu. Bei der Gelegenheit untersucht man die Front des Käfers genauer auf Steinschlagschäden. Stecknadelkopfgroße Einschläge, die bis aufs blanke Blech gehen, bilden unweigerlich Rost, der, wenn er unbehandelt bleibt, schnell intakten Lack unterwandert und zu größeren Roststellen heranwächst. Abgesehen von diesen und unfallbedingten Einflüssen rosten Autos von innen nach aussen. Hohlräume und Karosseriefalze bieten, sofern sie nicht pfleglich behandelt werden, feuchten Nährboden für die braune Pest. Freie Ablauflöcher und immer wieder aufgefrischte Hohlraumversiegelung ist hier die einzig wirksame Gegenwehr.

Besondere Aufmerksamkeit hinsichtlich Rosts verdienen Käfer des Baujahres 1974. Hier hat Volkswagen aufgearbeitetes italienisches Schrottblech verarbeitet. Was nicht nur beim Käfer, sondern auch bei den anderen Modellen, wie dem im selben Jahr eingeführten Golf, der Fall war. Im Übrigen war das nicht nur bei Volkswagen so, auch andere Hersteller bedienten sich an dieser Materialquelle nur VW reagierte schneller als andere und stellte bald wieder auf hochwertiges Blech um.

Impressum

 

Schwachstellen300

Zehn Punkte Karosseriecheck:

1. Die Fahrzeugfront auf Steinschlag untersuchen. Hierbei das vordere Abschlußblech auf Durchrostung und die sogenannten Endspitzen, an denen die Stoßstangenhalter montiert sind, kontrollieren.

2. Kotflügel (alle 4) auf Durchrostung kontrollieren, dazu die Unterseite ansehen, ob Unterbodenschutz vorhanden oder beschädigt ist. Achtung bei frischem Anstrich, er könnte zur Kaschierung von Rost verkaufsfördernd aufgetragen sein. Die Lampentöpfe vorn genauer ansehen. Sie rosten gern wenn die Ablauflöcher zugesetzt sind. Bei der Gelegenheit auch gleich die Seitenwände kontrollieren. Hier besonders die Schraubkanten zu den Kotflügeln.

3. Nachdem die Schraubkanten an den Seitenteilen kontrolliert sind wird geprüft ob das Blech zwischen Kotflügel und Tür, besonders im unteren Bereich, gesund ist. Hier sammelt sich gern Laub und Schmutz, verstopft den Ablauf und der Gammel ist vorprogrammiert.

4. Die Scharniere auf Leichtgängigkeit hin überprüfen. Die Abdeckung oben auf dem Scharnier sollte vorhanden sein, ist sie es nicht, dringt Wasser ein, das Scharnier wird schwergängig und in der Folge reißt dann gern das Türblech neben dem Scharnier. Beim öffnen der Tür darf diese nicht nach unten sacken.

5. Im unteren Bereich die Türen auf Durchrostung kontrollieren und ob auf der Unterseite die Ablauflöcher frei sind. Im Idealfall die Türverkleidung abnehmen und die Türinnenseite ansehen. Das ist allerdings nicht so einfach. Hier sollte nach abnehmen der Türverkleidung eine Schutzfolie den Blick versperren, sie schützt die Türverkleidung vor Durchfeuchtung. Im unteren Bereich der Tür wird gern mit Spachtelmasse das wieder angespachtelt was an Blechsubstanz weggerostet ist. Der Käferwissen Spachtelfinder tut hier gute Dienste um Mogelpackungen zu enttarnen.

6. Auch am hinteren Seitenteil gilt das. Den unteren Teil auf Rost und Spachtelmasse untersuchen, Schraubkante kontrollieren, Ablaufloch auf Durchgängigkeit prüfen.

7. Trittbrett genauer ansehen. Oben hat es eine Gummiauflage, darunter ist es aus Blech, was gern rostet. Durchrostungen zeigen sich als kleine Verwerfungen unterm Gummi. Ein Blick unters Trittbrett gibt weiteren Aufschluss. Desolate Trittbretter lassen sich noch recht einfach auswechseln, schwieriger wird es bei den Holmen an denen die Trittbretter angeschraubt sind. Eine Sichtprüfung ist hier zwingend erforderlich. Bei geöffneter Tür sind zwei kleine Ablaufrinnen zu sehen. Wenn nicht wurde bei der Reparatur mit spachtel oder billigem Reparaturblech gepfuscht. Die Sichtprüfung kann durch einen akustischen Test unterstützt werden. Das Trittbrett hierfür mit Gefühl nach unten drücken, wenn´s verdächtig knirscht ist Vorsicht geboten. Am besten bittet man den Besitzer, den Wagen mit dem original Wagenheber an der entsprechenden Wagenheberaufnahme hochzukurbeln. Biegen sich die Aufnahme und das Trittbrett verdächtig nach oben ist der hintere Bereich morsch. Hinter den Holmen liegen die Warmluftkanäle, die möglichst auch rostfrei sein sollten. Zur Kontrolle Teppichverkleidung anheben, wer es genauer wissen will, schraubt den Luftausströmer ab und schaut so weit wie möglich hinein.

8. Das Heckabschlussblech und die Auspuffrohre auf Rostbefall untersuchen, Stoßstangenbefestigungspunkte, die sogenannten Endspitzen, sowie die Motorhaube vor allem im Randbereich kontrollieren.

9. Das gefalzte Blech der Regenrinnen rostet gern. Nachsehen ob hier Rostansätze zu finden sind. Diese Untersuchung kann man sich beim Cabrio natürlich sparen, dafür sollte man hier ein besonderes Auge auf das Blech an dem das Verdeck hinten befestigt ist haben. Verfügt die Limousine über ein Schiebedach, so ist dies auf Rostbefall und einwandfreien Regenablauf zu kontrollieren.

10. Kofferraumhaube öffnen und das Halteblech fürs Dichtungsgummi ringsherum auf Rost untersuchen. Ebenso die Haube rundum im Randbereich vor allem vorn. Und wenn die Haube schon oben ist, das Reserverad herausnehmen und den Reserveradboden anschauen. Käfer mit Federbeinvorderachse, 1302 und 1303, dürfen im Bereich der Federbeindome nicht morsch sein oder billiges Flickwerk aufweisen. Auch hier den Spachtelfinder einsetzen.

Federbeindom250

Bodengruppe

Um sich die Bodengruppe genauer anzusehen, wäre es gut den Wagen auf eine Bühne oder über eine Grube zu fahren.  Das geht leider nicht immer, dennoch sollte man sich die Mühe machen auch unter dem Wagen etwas genauer hinzusehen.

Der  Rahmenkopf rostet gern und sollte daher besonders gut untersucht werden.  Er sollten gesund sein. Ein Austausch ist zwar möglich aber aufwendig und teuer. Die Bodenplatte aufmerksam ansehen und auf Rost abklopfen, dabei sind die Schraubkanten im Rahmenbereich und ganz besonders der Batterieboden rostanfällig. Gegebenenfalls auslaufende Batteriesäure setzt dem Blech nämlich mächtig zu. Beim Cabrio sind zusätzlich die Längsträger auf Rostbefall zu untersuchen. Alles in allem nicht von frischem Unterbodenschutz täuschen lassen. Sieht gut aus, kaschiert aber möglicherweise ein Fass ohne Boden.

 

Motor und Getriebe

Bevor der Motor gestartet wird sollte man ihn einer Sichtprüfung unterziehen. Ist er sauber oder verölt, bildet sich unter ihm etwa eine schwarze Pfütze. Einer Frage danach wo der Wagen üblicherweise abgestellt ist sollte eine Standplatzbesichtigung folgen ob hier verdächtige Flecken auf größere Ölleckagen hinweisen.  Den Öleinfülldeckel abschrauben und nachsehen ob sich schädlicher bräunlicher Schlamm unter dem Deckel gesammelt hat.

Jetzt kann der Motor gestartet werden und er sollte nach ein paar Umdrehungen anspringen. Das kann je nach Länge der Standzeit auch durchaus einige Startversuche dauern. Anfänglich kann etwas grauer Rauch aus den Auspuffrohren kommen, was nach längerer Standzeit durchaus normal ist. Wenn man mit den Handballen nun beide Endrohre zuhält kann man hören ob die Abgasanlage dicht ist oder ob das Abgas irgendwo seitlich herausdrückt. (Bitte nur versuchen wenn der Motor noch kalt ist. Verbrennungsgefahr!) Nach ein paar Minuten Warmlaufphase, sollte der Motor beim Gas geben sauber und ohne ruckeln hochdrehen. Ein unrunder Lauf oder gar starkes Schütteln des Motors kann die Folge von Zündaussetzern sein. Hier gilt es die Zündanlage zu überprüfen. Alte Zündkerzen, abgenutzte Unterbrecherkontakte oder Kriechstrom können die Ursache sein. Nachdem das alles noch im Stand kontrollierbar war, sollte nun eine Probefahrt folgen. Hier kann getestet werden ob der Motor gesund klingt und willig Gas annimmt. Beim schalten sollte kein Auspuffknallen zu hören sein. Nach ein paar Kilometern stellt man die Heizung an… auch im Sommer… kommt warme Luft aus allen Ausströmern ist es ein Zeichen dass die Warmluftkanäle in mindestens halbwegs zufriedenstellendem Zustand sind und die Verbindungsschläuche angeschlossen sind. Riecht es dabei allerdings nach Abgasen ist es sicher dass die Wärmetauscher defekt sind. Da hilft nur austauschen.

Macht das Fahren mit dem Käfer auch noch so viel Spaß ist jetzt die Zeit anzuhalten und mit angezogener Handbremse wieder anzufahren. Fährt der Käfer los, ist die Handbremse nicht in Ordnung. Würgt der Motor dabei ab, ist alles OK. Läuft er aber weiter ist das ein Hinweis auf eine verschlissene Kupplung. Bei der Weiterfahrt gilt es auf Geräusche aus dem Getriebe zu hören. Jaulen darf es allenfalls im Rückwärtsgang und dumpfe Schlaggeräusche beim Gaswegnehmen sind ein Indiz für ein defektes Differential. Kratzen beim Schalten dürfen maximal unsynchronisierte Getriebe.

Wenn die Kupplung beim Anfahren rupft kann es ein Hinweis auf eine falsche Einstellung, Verschleiß oder auch eine falsche Biegung der Kupplungsseilführung sein.

 

Fahrwerk

Die Handbremse haben wir bereits beim Anfahrtest auf Ihre Funktion hin geprüft. Wenn es die Verkehrs- und Straßensituation zulässt wird der Käfer nun  mit Gefühl abgebremst. Er sollte ohne Verzögerung zum stehen kommen, den Fuß gedrückt halten und schauen ob der Druck konstant bleibt oder das Pedal weiter nach unten sinkt, das sogenannte Fading. Das Bremssystem könnte undicht sein oder Luft im Bremskreislauf haben.  Nochmal anfahren und beim nächsten Bremsen auf Geradeauslauf achten.

Bei der Weiterfahrt nun das Augenmerk auf die Stoßdämpfer richten. Beim Überfahren von Bodenwellen darf der Käfer nicht lange nachschwingen. Bei der späteren Sichtkontrolle sollten die Stoßdämpfer keine Spuren von ausgetretenem Öl haben.

Ein Käfer sollte sich leicht und präzise lenken lassen. Tut er es nicht könnte die Ursache in einem defekten Lenkgetriebe oder ausgeleierten Gummilagern der Querlenker zu suchen sein.

Bleibt noch die Radlager zu kontrollieren, hierzu kann man nach der Probefahrt den Fuß auf den oberen Rand des Reifens stellen und versuche das Rad quer zur Fahrtrichtung hin und her zu schaukeln. Das Rad sollte festsitzen und auf der Achse nicht schwimmen oder gar Geräusche machen.

 

Innenausstattung

Soll der Käfer im Originalzustand erhalten werden ist es zweckmäßig wenn auch im Innenraum alle Originalteile vorhanden sind. Im Innenraum sollte es nicht feucht und muffig riechen. Prüfen ob die Sitze sich leicht auf der Sitzschiene bewegen lassen. Gurte auf Verschleiß kontrollieren. Polster und Himmel sollten in einem intakten Zustand sein. Schmutz lässt sich mit entsprechendem Arbeitsaufwand beseitigen, ein zerrissener Innenhimmel stellt schon ein größeres Problem dar.

 

Die hier beschriebenen Schwachpunkte basieren auf Erfahrungen unzähliger Käferfahrer im Laufe etlicher Jahre. Natürlich kann jeder einzelne Käfer seine individuellen Macken haben.

Ist das Objekt der Begierde gefunden und sind sich Käufer und Verkäufer handelseinig geworden, bleibt uns von Käferwissen.de nur noch allzeit gute Fahrt und viel Freude mit dem neuen Käfer zu wünschen.

Wem zwar die Form des klassischen Käfers gefällt, aber modernste Technik wünscht, der kauft bei seinem freundlichen Volkswagenhändler einen Beetle oder schaut bei Autohaus24.de

AH24 300