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H-Kennzeichen
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KG 64 H

Das Objekt der Begierde kann manchmal nur aus einem einzelnen Buchstaben bestehen. Einem der über die Höhe von KFZ-Steuer und Versicherungsbeiträgen oder auch über die Gelassenheit gegenüber Umweltzonen entscheidet. Das H im Kennzeichen, für viele ein Segen für manche ein Fluch. Zumindest ist der Weg dahin, diesen Buchstaben endlich als Kennzeichenzusatz führen zu dürfen, oft nicht der leichteste. “Ist doch alles geregelt” sollte man denken, da es ja auch zur Vergabe von H-Kennzeichen eine klare gesetzliche Bestimmung gibt. “Alles Auslegungssache” sagen die anderen. Denn wie solche wohlklingenden Begriffe wie “zeitgenössisches Tuning” oder “kraftfahrzeugtechnisches Kulturgut” letzlich eingeschätzt werden liegt oftmals im Ermessensspielraum  der abnehmenden Prüfbehörde. Und gerade der Käfer bietet hier oft genug Anlass für kontroverse Diskussionen.

So lehnen einige Zulassungsstellen, will man einem bekannten Onlinelexikon, geschrieben von und für Jedermann, Glauben schenken, Fahrzeuge ab, die zwar alle Voraussetzungen für das begehrte H-Kennzeichen erfüllen, von denen es aber in den Augen des Prüfers zu viele gibt. Von solchen Aussagen sollte man sich genausowenig ins Bockshorn jagen lassen, wie sich von den windigen Zeitgenossen beeindrucken zu lassen, die behaupten alles “H-fähig” eintragen lassen zu können. Denn wie bei vielen Ausnahmeregelungen hängt auch bei der Regelung zur Vergabe des Kennzeichens für historische Fahrzeuge vieles davon ab, wie verantwortungsvoll man mit ihr umgeht. Denn schließlich soll diese sinnvolle Errungenschaft zur Wahrung von Kulturgut, nicht irgendwann wieder aufgehoben werden, weil sie zu sehr gedehnt oder missbraucht wurde.

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Wer schlussendlich ein H auf seinem Kennzeichen spazieren fährt, darüber entscheidet wie gesagt die entsprechende Prüfstelle. Die Freunde von historischen Fahrzeugen im Originalzustand haben eigentlich nur zwei Hürden zu nehmen. Zum einen das geforderte Mindestalter von 30 Jahren und zum anderen den Allgemeinzustand von mindestens Note 3. Diejenigen, die bei Ihrem Fahrzeug mehr Wert auf Individualität als auf Originalität legen müssen schon ein paar Dinge mehr beachten um nicht schon am Tor zur Prüfstelle abgewiesen zu werden.

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Eine gute Vorbereitung kann erheblichen Kummer ersparen, eine Eintragung beschleunigen oder auch überhaupt erst ermöglichen. Seit dem 01. November 2011 gibt es eine neue Richtlinie zur Beurteilung von H-Kennzeichenkonformität. Im Gegensatz zur alten Richtlinie hat sich einiges geändert. z.B. dürfen seither viel mehr autorisierte Prüfstellen eine H-Tauglichkeit bescheinigen. Diesen Anforderungskatalog vor der Fahrt zur Prüfstelle oder gar vor der fraglichen Umbaumaßnahme zu kennen kann vor bösen Überraschungen schützen.

Bei An- oder Umbaumaßnahmen abseits der Serienproduktion sollte man es dem Gutachter möglichst leicht machen sein OK zu geben. Generell sollte man nämlich davon ausgehen dass der Prüfer nicht ablehnen will sondern dankbar ist für jede Hilfestellung, die eine Einstufung im Sinne einer H-Zulassung ermöglicht.

Hilfreich kann alles sein, was belegt, dass die entsprechende Umbau- oder Tuningmaßnahme auch schon damals praktiziert wurde. Denn auch eine 30 Jahre alte Tuningmaßnahme, die man damals noch frisieren nannte ist ein “kraftfahrzeugtechnisches Kulturgut”.

Impressum

 

Briefkopien mit Eintragungen aus dem entsprechenden Jahr, ABEs und Muster- oder Wertgutachten mit Eintragungsvermerken von damals sind zweckdienlich. Aber auch weniger amtlich daherkommende Zeitzeugen können einen wohlwollenden Prüfer durchaus überzeugen. Hierzu zählen, Herstellerprospekte, Fachzeitschriften, alte Fotos, etc...

käferfriseureKäferfriseure ist ein hilfreiches Internetpotal um entsprechende Dokumente und Informationen über entsprechende Käferfriseure zu finden.

In jedem Fall ist es ratsam schon im Vorfeld ein Gespräch mit dem zukünftigen Prüfer zu führen. In diesem Gespräch wird dann schnell klar was alles geht und was an Unterlagen beigebracht werden muss, damit noch mehr geht.

Und was wenn man dann doch an den einen Prüfer gerät, der der Meinung ist vom Käfer gebe es zu viele um ihn als erhaltenswertes Kulturgut einzustufen. Dann sollte man ihn mit guten Argumenten von einer anderen Sichtweise überzeugen. Und hier helfen wieder einmal Fakten. Fakt ist dass der Käfer 1972 Produktionsweltmeister wurde, folglich wurden auch vom Käfer die meisten Autos verkauft. Da ist es nur logisch dass der Käfer immer noch das mit Abstand meistverbreitete historische Fahrzeug ist. Das Mengenverhältnis der Fahrzeuge ist also heute wie damals gleich und historisch korrekt. Eine Ablehnung des Käfers aus Gründen der Häufigkeit, verfälscht dieses Verhältnis. Es geht darum “kraftfahrzeugtechnisches Kulturgut” zu erhalten und hierbei geht es auch um die Bedeutung des Gutes für die Kultur. Und welches Fahrzeug ist enger mit der Massenmobilisierung in Europa verbunden als der Käfer? Ihm dann vorzuwerfen es gäbe von ihm zu viel, widerspricht der Bedeutung des Käfers für unsere Kultur.

Neue Richtlinie seit 1. November 2011

 

DIN Kennzeichen

Altes DIN Kennzeichen

Eine gute Nachricht für Freunde des authentischen Erscheinungsbildes ihres Wagens hält die Zeitschrift Oldtimer Markt auf ihrer Homepage bereit. Demnach ist es in einigen Bundesländern inzwischen möglich, auf speziellen Antrag das alte DIN-Kennzeichen von vor 1997 zu erhalten. Selbst dann, wenn das Fahrzeug schon mit den EU Kennzeichen zugelassen ist. Den Anfang hat Bremen gemacht, Hessen zieht nach. Hoffentlich eifern die anderen Bundesländer diesem löblichen Vorbild baldigst nach. Ihr Schaden soll´s sicher nicht sein, wird doch für diesen Antrag eine Gebühr von stolzen 100 Euro fällig.