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58er Bulli

TYP 2, wohl kein anderes Auto ist so eng verbunden mit der Wirtschaftswunderzeit. Typ 2 heißt er, weil es das zweite Fahrzeug nach dem Käfer im Volkswagenprogramm war. Ursprünglich wollte VW ihn Bulldog taufen. Der Name war aber schon geschützt. Und daraus entstand sein Spitzname Bulli. Die erste Baureihe der Bullis, T1 genannt, haben noch einen Mittelsteg in der Frontscheibe. Die Typ 2 gab es als Kastenwagen, Pritschenwagen mit Einfach- und Doppelkabine und als Sechssitzer Bus, in der Edelausführung mit zusätzlichen Dachkantenfenstern - Samba genannt. Sambas sind heute besonders begehrt. Der T1 wurde 1950 vorgestellt und 1967 vom T2 abgelöst der wiederum 1979 dem T3 Platz machen musste. 1,8 Millionen T1 und rund 3 Millionen T2 liefen in dieser Zeit vom Band. Nicht wenige davon als Westfalia Camping Busse

Typ2 Galerie

Typ 3 d 250

TYP 3, seine Markteinführung war 1961 unter der Modellbezeichnung VW 1500. Er war sozusagen der große Bruder des Käfers und wurde in drei Karosserievarianten angeboten, als klassische Limousine, als Schrägheck- Limousine und als 3-türiger Kombi. Durch die flache Bauweise des Boxermotors, der im Gegensatz zum Käfer das Gebläse nicht auf dem Motorblock sondern dahinter trägt, hat der Typ 3 auch über dem Motor noch ein zweites Gepäckfach was ihn sehr familienfreundlich macht. 1966 wurde der Typ 3 mit einer 1600er Maschine angeboten, die es ein Jahr später  auch mit einer elektronischen Einspritzanlage gab. 1970 verschwanden die zierlich runden Stoßstangen und die Kastenstoßstangen hielten Einzug. Der Typ 3 wurde bis 1973 mit 2.584.905 Stück gebaut.

TYP 411 / 412 Im August 1968 kommt Volkswagens erste 4-türige Mittelklasselimousine auf den Markt. Seine Karosserie ist, wie beim Typ 2, selbsttragend und verfügt über eine McPherson-Federbeinvorderachse. Das Modell 411 bekommt einen neukonstruierten Motor, Typ 4 genannt. Es gab ihn mit 1,7 l Vergasermotor mit 68 PS und mit Einspritzanlage und 80 PS. Das Fahrzeug wurde im Hinblick auf Größe und Komfort gebaut. Zunächst nur als zwei- und viertürige Schräghecklimousine, kommt 1970 eine dreitürige Kombiversion hinzu. Im Jahr 1972 löst der Typ 412 den 411 ab. Er wird optisch und technisch noch einmal verfeinert. Ihn konnte man mit 1,8 Liter-Motor, 75, 80 oder 85 PS Leistung ordern. Im Mai 1974 endet die Produktion des Typ 4. Insgesamt werden in der 6 jährigen Produktionszeit 367.728 Exemplare gebaut. Heute leben davon noch etwa 400.

Karmann Ghia Typ 14. Italienischer Charme, gepaart mit deutscher Zuverlässigkeit. 1955 wurde dieser Herzensbrecher der Öffentlichkeit präsentiert. Er basiert technisch auf dem Typ 1 (Käfer), die Bodengruppe, ist im vorderen Bereich etwas breiter. Die Kotflügel sind mit dem Rest der Karosserie verschweißt. Entworfen wurde das Coupé, dass es ab 1958 auch als Cabrio gab, bei der Turiner Karosseriebaufirma Ghia (sprich: Gia), die Serienproduktion übernahm die Osnabrücker Firma Karmann, die auch schon das Käfer Cabrio baute. Unter seinem schicken Blechkleid, werkeln die Serienkäfermotoren mit maximalen 50 PS, was ihn nicht gerade zum echten Sportwagen macht, aber wer so schön ist muss nicht unbedingt schnell sein. So dachten wohl auch die 443.478 Käufer, die sich bis zum Produktionsende 1974 für den “kleinen” Karmann entschieden.

KG 34 250

Karmann Ghia Typ 34, auch großer Karmann genannt, basiert im Gegensatz zu seinem kleineren Bruder nicht auf dem Käfer sondern auf dem Typ 3. Er erscheint im September 1961 und läuft bis zur Produktionseinstellung 1969 parallel zum Typ 14. Zunächst hatte der Typ 34 einen 1500er 45 PS Motor. 1964 kommt die Version 1500 S auf den  Markt mit Zweivergaseranlage und 54 PS. Zwei Jahre später holte er die gleiche Leistung aus einem 1600er Motor. Ein Cabriolet gab es leider nur als Prototyp oder als Umbau von der Firma Lorenz aus Wetter an der Ruhr. Natürlich kam auch der Karmann Ghia Typ 34 aus Osnabrück. Der großer Karmann ist geräumiger, komfortabler und schneller als sein kleinerer Bruder, jedoch nicht so beliebt. Von ihm werden lediglich ca. 42.500 Exemplarer verkauft. Das macht ihn heute zu einer gesuchten Rarität.

Karmann Ghia TC ist ein hübsches Coupé, das von Karmann do Brasil auf Basis des Typ 3 gebaut wurde. Es handelt sich dabei um einen 2+2 Sitzer. Das Design entwarf niemand geringeres als Giorgetto Giugiaro. Er kombinierte Linienführungen des Typ 14 mit der sachlich nüchternen Formensprache der 70er Jahre. Im Heck des TC werkelt der 1600er Flachmotor des Typ 3 mit 65 PS, die für 145 km/h Höchstgeschwindigkeit reichen. Die Fahrzeuge sind ausschließlich für den südamerikanischen Markt gebaut worden. In Deutschland sind lediglich 5 Wagen von den insgesamt 18.119 gebauten Fahrzeugen bekannt. Im Jahre 1970 wurde der TC, der ursprünglich TC 145 hieß, auf dem Autosalon in Sao Paulo der Öffentlichkeit vorgestellt. Das Kürzel TC steht für Touring Coupé. Die Produktion endete im Jahr 1976.

914 250

VW Porsche 914 war der Nachfolger des Karmann Ghia Typ 34, er hatte nun endlich Sportwagengene. Zur Markteinführung 1969 standen zwei Motorvarianten zur Verfügung. Der 80 PS starke Typ 4 aus dem VW 411 und als 914-6 mit 110 PS Porsche Boxer. Der Porsche 914 basierte nicht wie die Karmänner auf einer modifzierten Bodengruppe des VW-Sortiments, sondern war eine völlig eigenständige Konstruktion mit Targadach, Mittelmotortechnik und atemberaubendem Fahrverhalten. Der 914 ist eine Kooperationsentwicklung von VW und Porsche er wurde bei Karmann in Osnabrück gebaut. Knapp 119.000 914er wurden verkauft, von der Porscheversion 914-6 lediglich 3300, das lag vor allem daran, dass der begehrte Porsche 911 in der Einstiegsversion nur rund 1000 DM mehr kostete. Die letzten Exemplare des VW-Porsche liefen 1975 vom Band.

sp 2v 250

VW SP, ein Fahrzeug von VW do Brasil, was hauptsächlich für den brasilianischen Markt von 1972 bis 1976 gebaut wurde. Der VW SP wurde auf die Plattform des brasilianischen VW 1600 gesetzt. Es gab zwei Modelle, den SP 1, der mit einem 1600er Motor 54 PS leistete und der SP 2, der einen 1,7 Liter Boxer mit 65 PS hatte. Vom SP 1 wurden nur 162 Exemplare gebaut, der SP 2 kam auf eine Stückzahl von ca. 10.000. Nur 670 Fahrzeuge waren für den Export bestimmt, offiziell jedoch nicht für Europa. Aus diesem Grund ist der schicke Sportler hierzulande auch weitgehend unbekannt. Das Gesicht des SP stand Pate für den später in Deutschland verkauften Familien-Volkswagen Typ 412. Ein SP 3 war geplant, ging aber nie in Serie, lediglich wenige Prototypen mit wassergekühltem Passatmotor im Heck wurden gebaut. SP steht für Sao Paulo.

181

Typ 181. Im September 1969 bringt Volkswagen ein leichtes Allzweckauto auf den Markt. Das bedingt geländegängige Fahrzeug gab es sowohl uniformiert für die Bundeswehr, als auch in Zivil für die Spaßgesellschaft der 70er Jahre. Autos a la couleur eines Buggys waren gerade sehr angesagt. Die zivile Ausführung kam in poppigen Farben und mit Chromzierrat daher. VW bediente sich bei der Bestückung großzügig aus dem hauseigenen Regal, Plattform vom Karmann Ghia Typ 14, Motor vom Käfer, Getriebe und Antriebsstrang vom Transporter, alles entsprechend modifiziert. Der Grund warum Volkswagen den VW 181 überhaupt entwickelte war, dass die Bundeswehr nach Einstellung der Munga-Produktion einen Ersatz brauchte. Auch wenn er so aussieht, Allrad hatte der VW 181 nie. Nach 10 Jahren und rund 140.000 Fahrzeugen war 1979 Schluss.

Fridolin 250

Typ 147. Dieses Sonderfahrzeug mit dem Spitznamen “Fridolin” wurde für die Deutsche Bundespost durch VW und der Firma Westfalia zwischen 1964 und 1973 6139 mal gebaut. Die Entwicklungsvorgabe der Post war ein vom Führerhaus aus begehbarer Laderaum mit ca. 2 Kubikmetern und 350 - 400 kg Ladekapazität. Zudem sollte das Fahrzeug über Schiebetüren verfügen, da sie im innerstädtischen Bereich praktikabler erschienen. Wie so oft wurde auch beim Fridolin auf Bauteile anderer VW-Modelle zurückgegriffen: Bodengruppe vom Karmann-Ghia Typ 14, Achsen, 34 PS Motor und Getriebe vom Käfer, Motor- und Heckklappe vom Transporter. Auch die Schweizer Post orderte etwa 1200 Fahrzeuge mit 44 PS Motor, Scheibenbremsen und größerem Heckfenster. Einige wenige Wagen kaufte die Lufthansa als Vorfeldwagen. Heute existieren nach Schätzungen weltweit nur noch ca. 200 Fridoline.

GOL 250

Gol Typ BX. Von allen auf dieser Seite gezeigten Geschwistern ist der Gol wohl der am weitesten entfernte Verwandte und wir sind geneigt ihn den brasilianischen Schwippschwager des Käfers zu nennen. Eigentlich sieht er eher aus wie der kleine Bruder des Passat. Vom Käfer allerdings hat er die Motorgene geerbt. Ursprünglich besaß der Gol einen 1,3 Liter, später einen 1,6 Liter luftgekühlten Käfer-Boxermotor, der um 180 Grad gedreht unter der Vorderhaube Platz fand. Frontmotor und Frontantrieb sind so gar nicht käferlike, ebensowenig die anderen Bauteile, die zusammengewürfelt aus Audi 80, Golf und Polo stammen. VW do Brasil baute den Gol, für den südamerikanischen Raum, mit Käfermotor von 1981 bis 1984, dann bekam er den wassergekühlten Motor des Passats. Dieser Wagen ist einfach sehr speziell, so speziell, dass wir fanden, er hat in dieser Käfer-Ahnenreihe seinen Platz verdient.

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