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Bonito FT
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Fiberfab Ft Bonito

Im September 1969 wurde der Fiberfab Ft Bonito zum ersten Mal der Öffentlichkeit vorgestellt. Das 2+2 Sitzer-Sportcoupe, mit GFK-Karosserie, traf mit seiner flachen Front, einer niedrigen Gürtellinie und einem steilen Abrissheck den Zeitgeschmack und der Vorstellung von einem wahren Sportwagen. Formale Anklänge an  Ferrari und Ford GT 40 waren damals wie heute ein optisches Highlight des Bonitos. Im Gegensatz zu den Vollblutboliden war und ist der Bonito jedoch ein wesentlich erreichbarerer Traum vom Sportwagenfahren.

Selbstverständlich sind die Fahrleistungen auch nicht miteinander vergleichbar. In der Basisversion werkelt im Heck des Bonitos der serienmäßige Typ 1 Käfermotor, der allerdings, angesichts eines Fahrzeuggewichts von nur 680 kg, schon flottere Sprints ermöglicht als mit seinem Organspender. Da dieser Wagen von vornherein für den Eigenbau konzipiert war, tüftelten die Bonitobesitzer  in Eigenregie mit unterschiedlichsten Mitteln daran die Leistung des Motors an die Optik der Karosserie anzupassen. Mit den heutigen Möglichkeiten im Fahrwerks- und Motortuning sind mit dem Bonito mittlerweile respektable Fahrleistungen zu erzielen.

Bei der kleinen Firma Fiberfab, für die der Bonito die dritte Eigenentwicklung nach Aztec und Bonanza war, wurde die Karosserie in Handarbeit aus glasfaserverstärktem Kunststoff im Spritzverfahren hergestellt. Täglich konnte eine Karosse gefertigt werden. Genau einen Tag brauchte das Glasfaserpolyesterharzgemisch um auszuhärten bevor es aus der Negativform geholt werden konnte. Den Traum vom Bonito konnte man sich damals nur mittels eines Bausatzes erfüllen. Fertigfahrzeuge bot die Firma Fiberfab nicht an. So ein Bausatz enthielt neben einer detailierten Bauanleitung die grundierte Rohkarosse mit Hauben und Türen, die komplette Innenverschalung, das Armaturenbrett, Himmel und Seitenverkleidungen, Versteifungselemente, Tür und Fensterdichtungen und ein TÜV Mustergutachten.

Als Basis dient ein ungekürztes Käferfahrgestell mit Bundbolzen- oder Kugelgelenkvorderachse. Federbeinkäfer eignen sich nicht, da die Kit Car- Karosserie keine Federbeindome hat und erst ein entsprechender Hilfsrahmen integriert werden müsste. Die Bauanleitung erklärt auch wie das Käferhäuschen abzunehmen ist und die Bodengruppe vorbereitet werden muss. Zusätzlich müssen weitere Anbauteilen organisiert werden. Fiberfab empfiehlt zum Beispiel die Frontscheibe des Ford 12 M P6, die Heckscheibe des Opel Rekord C-Coupes, Heckleuchten von Hella, Scheinwerfer vom Ford 15 M P6, Blinker vom NSU-Prinz. Zirka 100 Arbeitsstunden soll der Aufbau des Bonitos in Anspruch nehmen.

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Ist dann nach Lackauftrag, Endmontage und TÜV-Abnahme das Projekt fertiggestellt, steht als Fahrzeughersteller der Erbauer des Bonitos in den Fahrzeugpapieren.

Um den luftgekühlten Heckmotor ausreichend zu belüften, verfügt die Karosserie über seitliche Lufteinlässe. Die Lüftungsgitter auf der Fronthaube sind allerdings nichts weiter als Show.

Heute, 40 Jahre nach der Vorstellung des Bonitos, sind von den ehemals ca. 1000 gefertigten Bonitokarosserien, zwischen 1968 und ´79, noch schätzungsweise 100 Fahrzeuge in Deutschland vorhanden. Diese sind meist durch zahlreiche Hände gegangen und oft immer wieder umgebaut worden. Breitband- oder Doppelscheinwerfer, mit oder ohne Glashaube, eckige oder runde Rückleuchten, stehendes oder liegendes Heckfenster, mit oder ohne Spoiler, oder, oder, oder. Kein Bonito gleicht dem anderen.