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1300 / 1500
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Den Ruf nach mehr Leistung wurden die Volkswagentechniker beim Käfer üblicherweise durch eine Erhöhung des Hubraums gerecht. So auch bei den Modellen 1300 und 1500. Im Jahr 1965 bekam der 1200 ccm Motor die Kurbelwelle aus dem großen Konzernbruder Typ 3. Durch ihren größeren Hub legt der Kolben im unveränderten Zylinder einen weiteren Weg zurück und vergrößert hierdurch den “Hubraum” von 1200 auf 1300 ccm. Das Ergebnis, der Käfermotor leistete nun statt der 34 satte 40 PS. Erstmals erhält der Käfer auf der Heckklappe eine Typenbezeichnung, anhand derer andere Autofahrer nun ablesen konnten von wieviel Käferpferdchen sie gerade überholt wurden. Die Modelle der neuen Baujahre konnte man an flacheren Radkappen erkennen und dass die Stahlfelgen ovale Durchbrüche hatten, die für eine bessere Belüftung der Bremsen und weniger Gewicht der ungefederten Masse sorgten.

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Der 1300er bekam gegenüber dem 1200er eine Defrosterdüse, die zentral oben auf der Armaturentafel sitzend einen schnelleren klaren Durchblick schaffte. Bereits ein Jahr später also 1966 erfuhr der Käfer wiederum eine Leistungssteigerung. Nunmehr brachte ein Motor mit 1500 ccm Hubraum den Käfer auf 44 PS. Naheliegender Weise trug dieses Modell die Bezeichnung 1500. Sein Motor hatte eine Ansaugluftvorwärmung, die durch klappen automatisch geregelt wurden und für ein schnelleres Erreichen der Betriebstemperatur zuständigen waren. Um der erforderlichen erhöhten Sicherheit Rechnung zu tragen wurde der stärkere Käfer durch Scheibenbremsen an der Vorderachse abgebremst. Die Felgen des 1500ers wurden nur noch mit 4 statt bisher 5 Radschrauben befestigt und derAls Lochkreis bezeichnet man den Kreis, den die Bohrlöcher in der Felge bilden. Gemessen wird die Bohrlochmitte. Der Kreisdurchmesser  ist der Lochkreis in Millimeter. veringerte sich von 205 auf 130 mm. Diesen Lochkreis übernahmen dann später auch die anderen Käfermodelle. In diesem Jahr entfällt der 1200er Käfer an dessen Stelle tritt der 1300 A, den man wahlweise mit 43 oder 40 PS ordern kann. In diesem Baujahr gibt es zudem ein paar weitere Änderungen, die augenscheinlichste ist die geänderte Motorhaube, die nach unten hin kürzer, dafür breiter wurde. Abgesehen davon dass man mit der Änderung der Motorhaube die gesetzlichen Bestimmungen einiger Länder über den zulässigen Winkel des Kennzeichens erfüllte, eröffnete sich eine bessere Zugänglichkeit des Motorraums. Alle Käfer erhielten an der Hinterachse eine Ausgleichsfeder, die die Drehstäbe beim Einfedern in Kurven unterstützt. Kleinere Detailverbesserungen gab es im Innenraum. So konnte man die Lehnensperre nun bequem im seitlichen oberen Teil der Rücklehne entriegeln. Das Armaturenbrett besaß nun neue Reglerknöpfe aus schwarzem Weichplastik. Mithilfe eines Türentriegelungsknopfes an der hinteren Ecke des Fensterrahmens konnte die Tür nun ohne Betätigung des Türschlosses verriegelt werden: Aussteigen. Knopf runterdrücken, Tür zuschlagen und hoffen, dass der Schlüssel nicht noch im Anlasserschloss steckt. Da dies nicht selten passierte bekam der Käfer 1967 veränderte Türgriffe, die dies verhindert sollten. Diese hatten innenliegend eine Klinke, die beim Zuschlagen festgehalten werden musste ansonsten sprang der Entriegelungsknopf wieder hoch und die Tür blieb unverschlossen.

stehende Scheinwerfer02

In diesem Jahr stehen die Änderungen der 1300 und 1500er Käfermodelle besonders im Zeichen der Sicherheit. So werden die rundlichen Stoßstangen durch stabile kastenförmige, im Volksmund Eisenbahnschwellen getaufte, Exemplare ersetzt. Die Scheinwerfer werden senkrechter gestellt hierzu verbreitert sich der umfassende Chromring nach oben hin. Das ganze sitzt nun in bauchigeren Kotflügeln zuvor waren diese in sich mehr geschwungen. Insgesamt hat der Käfer jetzt seine zierlichere Linienführung verloren. Aber auch dieses neue Erscheinungsbild findet bis heute viele Anhänger, der sogenannte “German Style” basiert auf den Merkmalen dieser Designretuschen. Die Bremse der 1300 und 1500er bekommt ein Zweikreis-Bremssystem. Fällt ein Kreis aus, so lässt sich der Käfer im Notfall noch mit dem zweiten Bremskreis zum stehen bringen. Alle Käfer bekommen nun eine Sicherheitslenksäule, die bei einem Aufprall nachgibt. Für die Anbringung von Dreipunktsicherheitsgurten sind jetzt Befestigungspunkte vorhanden. Für mehr Licht sorgt bei der 1300 und 1500er Modellen eine 12 Volt-Anlage. Die Rückleuchten bekommen eine neue, veränderte Form, die für mehr sichtbare Fläche sorgt und als Mehrausstattung auch Rückfahrscheinwerfer enthalten kann. Durch die spitze Form im oberen Bereich und die abgeflachte untere Seite nennt man sie auch Bügeleisenrückleuchten. Die Fläche der Außenspiegel wird vergrößert und im Falle eines Aufpralls klappen sie bis zur Türscheibe an. Zur Insassensicherheit springt der Innenspiegel aus seiner Halterung wenn man unsanft dagegenstößt.

Impressum

 

Weitere Änderungen sind Frischluftzufuhr über Luftschlitze im oberen Teil der Kofferraumhaube und eine Tankklappe am vorderen rechten Seitenteil, die ab 68 durch einen Bowdenzug von Innen geöffnet werden konnte. Jetzt brauchte man beim Tanken nicht immer die ganze Kofferraumklappe zu öffnen um an den Tankeinfüllstutzen zu kommen. Das Fahrwerk des 1500er erhielt in Kombination mit der von da an bestellbaren Wählautomatik eine aufwendige Schräglenker Hinterachse. Heute noch sind gerade die Bodengruppen mit Schräglenker Hinterachse sehr begehrt, da sie wesentlich stabilere Fahreigenschaften hat und höhere Kurvengeschwindigkeiten zulässt. Auf Wunsch kann man den Käfer mit einem weich gepolsterten, kunstlederbezogenem Armaturenbrett ordern. Die Veränderungen im Jahr 1968 waren nicht so umfangreich. Die Frischluftdüsen der Frontscheibe werden an die Heizungsanlage angeschlossen, die Vordersitze bekommen einen größeren Einstellbereich, der Zughebel der Fronthaube sitzt nun im Handschuhfach. Aber es sind natürlich auch wieder sicherheitsrelevante Details die eingeführt werden. So bekommen alle Käfer nun eine Warnblinkanlage. Von nun an kann man auch den 40 PS 1300er mit einer Wählautomatik und vorderen Scheibenbremsen bestellen. Da man in Amerika ab 1969 den 1500er Käfer auch mit der 1600er Maschine aus dem VW-Transporter ordern konnte wurden auch hierzulande die 1500er mit 10 Luftschlitzen in der Haube ausgestattet um den starken Motoren mehr Kühlung verschaffen zu können. Wer mehr Luxus für seinen Käfer wollte konnte ab nun die Ausstattungsvarianten 1300 L oder 1500 L bestellen. Zusätzlich gab es dann: Das bereits oben erwähnte gepolsterte Armaturenbrett, Doppelrückfahrleuchten, Stoßfänger mit Gummileisten, abblendbarer Innenspiegel, abschließbares Handschuhfach, Türtaschen auch an der Beifahrerseite, einen zweiten Fondaschenbecher und Schlingenflorteppiche. Im Jahr 1970 verschwindet der 1500er Käfer vom Markt er wurde vom 1302 mit völlig überarbeiteter Vorderwagentechnologie abgelöst. Der 1300er wird nahezu unverändert weitergeführt, jedoch erhält er in diesem Jahr eine 44 PS Maschine und die geänderte Heckklappe des 1302 mit zehn Luftschlitzen und ebenfalls die Zwangsentlüftung des Inneraums. Ein Jahr später waren es dann 26 Luftschlitze. Während die Klappe mit 10 Schlitzen noch ein Regenablaufblech hatte entfiel dies bei bei der 26schlitzigen Haube, dafür wurden die Motorbauteile selbst besser gegen Regen geschützt. Im Motorinnenraum hielt der Diagnosestecker Einzug mit dem die Volkswagenwerkstatt die Fehlerdaten des Fahrzeugs auslesen konnte. Mit Einführung des “Superkäfers” 1303 im August 1972 war nun auch für den 1300er die Dienstzeit beendet.

Erklärung     

Makelloser Zustand, ohne Mängel an Optik, Technik und Originalität, Wie neu oder besser.

Guter, mängelfreier Zustand, mit leichten Gebrauchsspuren, keine fehlenden Teile.

Gebrauchter Zustand mit üblichen Spuren der Jahre. Kleinere Mängel, jedoch voll fahrbereit.

Verbrauchter Zustand, nur bedingt fahrbereit. Einige Teile können fehlen oder defekt sein.

Restaurationsbedürftiger nicht fahrtüchtiger Zustand. Komplett- oder Teilzerlegt, fehlende Teile.

aktueller Marktwert

Richtwerte

 

1300

1500

Note 1

13.000 Euro

13.800 Euro

Note 2

9.000 Euro

9.500 Euro

Note 3

5.000 Euro

5.400 Euro

Note 4

1.800 Euro

2.000 Euro

Note 5

800 Euro

900 Euro

         Empfehlung

Für Liebhaber und Sammler, die dieses Fahrzeug nicht als Alltagsfahrzeug bewegen wollen.

Für Liebhaber, mit Sammel- und Nutzungsgedanken Gute Ausgangsbasis für Note 1 Restauration.

Alltagsfahrzeug für tägliche Nutzung, gut für Werterhalt und Wertsteigerung.

Fahrzeug für Bastler, die vor der Nutzung viel Zeit und Geld investieren können.

Fahrzeug für Menschen mit starken Nerven und dicker Brieftasche, oder als Teileträger.